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Ambassadeurs Gesponssen fräwlein Christina " mitgerichtet waer, gefiel ess dem Gölntz sowol, das er herausbrach und sagte, wir wissen nicht was für ein Mann wir bey uns haben, wiewol ess ein slecht Epigramma von 2. Distichis waer und nicht viel auf den Rippen hatte. Dess letzten Distichi erinnere Ich mir noch wol :

Absentis Viola siet hæc Praesentia, cujus,
Soleris longas Noctis, odore moras.

Ich praesentirts also dem h. Ambassadeur, und waer Ihm angenehm, also das er mich dess andren tags zu sich fordren liess, und begehrte dass Ich Ihm ein Anagramma machen wolte auff dess Conde Ducque Nahmen und Titel, denn er mir sebst [!] gab. Ich antwortet, Ich wolte ess versuchen, und glückte so wol, dass innerhalb einer stunden Ich nicht alleine dass Anagramma traff, sondern auch ein Epigramma in versibus Phalœciis * dazu machte, und den Ambassad. damit vergnügte, welches auch noch unter meinen Hispanicis, und andren Epigrammatibus zu Madrit von mir zu Madrit [!] verfertiget, zu finden ist, Aber die Ich niemandt gewiesen, damit Ich nicht angesehen seyn solte, alss wolt Ich für einen Poèter aussgeben und mit versibus stoltziren, ohn eines, welches Ich dem Herrn Don Tomas Tamayo offerirte, da er mir sagte dass er ein Buch vorhatte de Heroibus Sicilia , welches Ich nicht weiss ob es au Tag gekommen o. Ess kahmen unterschiedene feine leute zu mir, die meine kundschafft suchten. Unter audren kam zu mir ein Medicus, der aber seine Medicin an einem Nagel gestecket, und nun gahr eine andre Profession angefangen hatte, nemlich Amansa zu machen, dass ist glass mit Schöhnen farben zu tingiren dass ess den Natürlichen Ess den Natürlichen [!] Edelgesteinen gleich Scheinete, welches zwaer eine gemeine Kunst ist zu Venedig und Muran, doch ist ein Meister hierinnen besser den der andre, und glücket in einer farbe beszer den in der andern. Dieser Medicus waer glüklich die Smaragden nach zu machen, unter andren zeigete er mir ein Creutz von Smaragd, sechs zwerch finger lang, sehr rein und Nett, dass wenn er mirs nicht gesagt dass ess glass wehre, ich ess für Natürlich Smaragd angenommen hatte. Aber mit dieser kunst begnügte er sich nicht, Er suchte noch uber dass den Lapidem Philosophorum, wovon er redete alss der Blinde von der farbe, und gab mir zu verstehen dass die materia dess Lapidis wehre der Mercurius oder dass gemeine Quecksilbet. Ich antwortet und bat Ihn dass er sich doch nicht wolte verleiten lassen, sondern die Mühe, unkosten und Zeit auf etwas gewisszers [!] und nutzlichers anwenden. Ich gestatte zwaer, das die Philosophi ihres Steins materiam Mercuriam genennet hätten, aber sie wehren, nimmer so närrisch gewesen, dass sie unter dem offentlichen Nahmen dess Mercurii, hatten dass gemeine Quecksilber für ihres Steinsmateria, wollen zu erkennen geben, sondern viel mehr gesinnet, unter diesen Nahmen Mercurii die unverständigen zu verleiten mit vielen andre rationib9 Physicis die in Ihren Bücheren zu finden. Aber ob er schohn nichts da wieder aufbringen konte, blieb er doch bey seiner meinung, und sagte Er wolte mir den process Alfonsi Königs zu Napels zeigen, wie dass er eben von dem Mercurio redet. Ich antwortet Ich mochte Ihn wol sehen denn er wehre mir unbekant, Er komm wieder zu mir, und brachte mir den process in Reimen, und alter Spanscher Sprache beschrieben, unter dem dem Titel El candado del Rey Alonso. Dieser König Alfonsus ist der berühmte Astrologus von welchen die Tabula Alphonsinagenennet seyn. Ich lass den Process und sagte der Process ist gantz gemäss denen andren Philosophis, aber ess fragt sich nur wass sie für einen Mercurium verstanden? Denn sie sagen ia aussdrücklich an vielen ohrten, Ihr Mercur. sey nicht der Mercur. vulgi sondern Mercurius Philosophorum. Nach denselben muste man suchen, also dann würde sich das ubrige wol finden lassen. etc. Er wardt hiedurch ziemlich umbgewandt, und mittheilte mir Copiam von besagten Candado, welcher noch unter meinen andren M. S. Chymicis zu finden. Ess besuchte mich auch ein alter Mänlein ein Priester der mich bey dem h. Tamayo gesehen hatte, der Profession machte von einem Oratore und Poéten ", Nahmens, N. Marinerius welcher seine Eloquenz zu beweissen mir offerirte eine Sententz auf viele unterschiedliche mahlen variiret, kamm auch hernacher wieder zu mir, und offerirte mir ein Griechss Epigramma und dasselbe auch in lateinische Verss transferiret zu meinem lob und Ehren, welche Salbadereyen noch wol unter meinen Schartecken zu finden. Noch kam ein ander Priester, ein feiner Ehrbahrer Mann von Brügge in flandern gebürtig nahmens Planvius, auch ein Poét, doch nicht rhumredig, den hatte der h. Gölnitz zu mir gewiesen. Er hatte ein Epigramma gemacht auff dem Brandt im Retiro*, welcher in dem tage da Ich dicses Schreibe, nemblich den tag für die Cinerum waer eingefallen. Dieses recitirte er mir memoriter, und weiln Ichs noch biss auff diese stunde behalten, will Ichs hieher setzen.

I. Christiane, fille de Christian IV.

2. Des hendécasyllabes appelés ainsi du nom d'un poète grec de l'antiquité.

3. Nic. Antonio n'en parle pas.

1. « On dit qu'Alphonse Xavait composé un second traité d'alchimie intitulé: El Candado (le cadenas); mais il parait probable à Sanchez que le Tesoro, dont le manuscritporte les traces d'un fermoir, a pu recevoir le nom de Litre au Cadenas et qu'il ne s'est agique de cet ouvrage» (Puymaigre, Les vieux auteurs castillans. Par. 1861, I, p. 489). Mais ce « Tesoro», ou plutöt les deux «Tesoros» (dont l'un en prose et traduction de celui de Brunetto, faite par Alfonso de Parejas et Pedro Gómez), narien à faire avec el Rey Sabio: c'est une falsification forgée auxve siècle. 1. Vraisemblablement Vicente Mariner, valencien, philologue et bibliothécaire à l'Escorial: la plupart de ses ouvrages restèrent manuscrits. La dénomination «poète et orateur »peut bien lui étre appliquée, et « N. » signifie simplement que Sp. oublia le prénom de ce savant espagnol. 2. Pendant le carnaval de 1641, une partie de cepalais fut détruite par un incendie (Mesonero Romanos, El antiguo Madrid, p. 315),

Curnobis Cineres feriä venére secunda?
Nempe jubet citius crimina fiere Deus.

Da Ichs gehöret, konte Ichs nicht anders alss loben. Er sagte mir dass der herr Gölnitz Ihm berichtet, dass Ich auch meine Zeit bissweilen vertriebe, mit ein Epigramma zu machen. Ich möchte Ihm doch mein Werck sehen lassen. Ich antwortet, Wolehrwürdiger herr, Meine Versse sindt nicht gemacht dass sie sollen gesehen werden, sondern wie der herr sagte, die Zeit bissweilen zu vertreiben. Er hielt an ich möchte Ihm doch etwas weiniges sehen lassen. Also lass Ich Ihm vor ein Epigramma, welches Ich auff die Bumachian die der könig zu Ehren dess Ambassadeurs hielte, gemacht hatte, dass gefiel Ihm uber die masse wol, Ich muste Ihm noch ein Epigramma geben, welches anfeng Hannibal ad portas. Er begehrte noch das dritte. Ich ward dess lobens müde und sagte ess wehre nicht sonderlichs mehr verhanden. So begehrte er dass er die 2. Epigrammata mochte abschreiben, welches Ich Ihm nicht weigern möchte. Also dictirte Ich sie Ihm, und er schreib [!] sie, gieng damit zu herrn Gölnitz und zeigte sie Ihm. Wie Ich eins tags zu herrn Gölnitz kam, expostulirte er mit mir, dass Ich Ihme die Epigrammata nicht zeiget hatte, und Ihr wist wie viel Ich auf und Ihr wisset wie viel Ich [!] von ein guet Epigramma halte. Ich antwortet. Ich halte selber viel von ein guet Epigramma, dass ist nicht bey mir zu finden, ist auch meine Profession nicht. Wisset Ihr was der Phaffe sagt ? dass ist ein Mann der für einen Poèten mag passiren, hie finden wir solche Poéten nicht. Siehe Mein Sohn, Ich muss dir Schreiben wie andre mich rühmen, und Ich bin so gering in meinen Augen. Ich hätte noch wol von einem dritten Poêlen zu sagen der auch zu mir kam, einen hassen in folio, Aber Ich bin der Narredey müde. Ich wil lieber Schreiben womit Ich sonsten meine Zeit zu brachte. Ich machte kundtschafft mit 2. Apotheckern, die in ihrer kunst wol erfahren wahren, und liebhaber von rariteten und kräutern wahren, deren leute ess gahr wenig in Spanien gibt. Und weiln Ich erfuhr dass ein garte in dem Retiro waer, machte Ich mich dahin, ob ess schohn winter waer, und fandt daselbst mehr umb die Zeit alss Ich vemuthet hatte. Denn die Hyacinthi orientales blüheten da in grosser menge, und wie mir der gartner, ein Teutscher berichtete 2. mahl im Jahr. Unter andren fand Ich da einen raren Hyacinthum welchen Clusius " zwaer beschreibet aber die figur ist schlecht, und nennet Ihn Indicum, ist mit einer gahr schöhner Bluhme, fast den Narcissen gleich. Weiln der gartner einen grossen Vorrath davon hatte, kauffte Ich der würtzelen ein guet theil von Ihm und er gab mir Schrifftlich die Cultivation von diesem Hyacintho welche Ich auch wol conditioniret nach Copenhagen brachte und ein theil in dess Königs, ein theil in meinem garten setzte, aber wolten mir gahr nicht zum blühen gerathen. Er gieng mit mir herumb uberall in dem Retiro, welches ein Weitleufftiger begriff waer, und fast bestundt in eitel fischteichen. Ich sahe hie auch einen Indianischen Vogel, denn Ich von einem Storck nicht zu unterscheiden wuste also gleich waer er einem Stork in allen dingen, ohne dass die Brust mehr erhaben waer, und mitten an der Brust gantz Kael, ohne federn, mit rohen fleisch, weiln Er fast ohne vnterlass denselben ohrt mit seinen schnabel hackete, dess wegen sie Ihn einen Pelican nenneten *. Ich sahe allhie auch schöhne grosse Indianische Enten mit zierlichen rothen circulen rund umb die Augen. Item Ich sahe allhie an einem absonderlichen ohrt 3. Indianische Wilde Schaffe, in Eisernen Ketten wegen Ihrer grossen Stärcke geschlossen, wahren sonst nicht viel different von den Europœischen

I. Charles L'Ecluse, né à Arras, 1 526-16o9, botaniste célèbre, professeur à Leide, avait aussi voyagé beaucoup en Espagne.

2. Ce que raconte ici l'auteur ne semble pas bien d'accord avec l'extérieur d'un pélican. Cet oiseau ne serait-il pas un marabout ?

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