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DER

DURCH ÜBERLIEFERUNG NACHGEWIESENEN

NATÜRLICHEN VERÄNDERUNGEN

DER

ERDOBERFLÄCHE.

EIN VERSUCH

VON

KARL ERNST ADOLF VON HOFF

RITTER DER GROSSHERZOGLICH UND HERZOGLICH SÄCHSISCHEN HAUSORDEN,
GEHEIM. CONFERENZRATH, DIRECTOR DES OBERCONSISTORIUMS ZU GOTHA,
CURATOR DER STERN WARTE SEEBERG, MITGLIED DER KÖNIGL. SOCIETÄT
DER WISSENSCH. ZU GÖTTINGEN und einiger anderen

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Den dritten Theil eines zusammenhangenden Wer

kes dem zweiten erst nach einer Pause von zehen Jahren folgen lassen, mag vielleicht Mifsbilligung erfahren; bedarf jedenfalls der Entschuldigung. Es war allerdings die Absicht des Verfassers den von ihm in den beiden ersten Theilen begonnenen Versuch früher zum Schlusse zu führen, auch hat er nicht aufgehört Stoff dazu zu sammeln. Aber äussere Verhältnisse, zweimalige Veränderung des Wohnortes, zweimalige Veränderung des geschäftlichen Berufs brachten eine so grofse Störung in seine Nebenbeschäftigungen, dass ihm während langer Zeit nicht gestattet war, sich der Bearbeitung des gesammelten Stoffes zu widmen; da öftere und lange dauernde Unterbrechung sich mit dieser Art von Arbeit nicht wohl verträgt. Das Bedürfnifs die Mufsestunden doch irgend einem verwandten Theile früherer Lieblingsbeschäftigung zu widmen, bei

welcher Unterbrechung weniger störend war, verbunden mit günstiger Gelegenheit, führte ihn unterdessen den meteorologischen Beobachtungen und barometrischen Höhenmessungen zu, und die Beschäftigung mit diesen Gegenständen wurde allmählich umfassend genug, um die Fortsetzung der frühern Arbeit eine Zeit lang ganz in den Hintergrund treten zu lassen:

Sollte der Arbeit, von welcher hier die Fortsetzung erscheint, überhaupt einiger Werth beizulegen seyn, so wird wenigstens die zwischen dem Erscheinen der beiden letzten Theile liegende Pause denselben nicht vermindern. Im Gegentheile dürfte es dem dritten Theile vielleicht vortheilhaft seyn, dafs er so spät nachkömmt.

Die letztverflossenen zehen Jahre haben die Geologie mit einer Menge neuer, zum Theile sehr wichtiger Wahrnehmungen und Ansichten bereichert; wovon als Beispiele man nur die Befestigung und Erweiterung der Erhebungstheorie, die der Petrefactenkunde, die Anwendung des letztern auf die Geologie, die Wahrnehmungen an den Vulcanen, anzuführen braucht.

لا

V

Die Ansicht, dass es vielleicht nicht nothwendig ist grofse, und besonders allgemein über den Erdball verbreitete, durch unbegreifliche Naturwirkungen hervorgebrachte Umwälzungen anzunehmen, um die gröfseren geologischen Erscheinungen zu erklären; sondern dafs diese sich vielleicht aus den Wirkungen erklären lassen, die wir noch jetzt unter unseren Augen erfolgen sehen, wenn man sich nicht scheuet sehr grofse Zeiträume für die Dauer dieser Wirkungen anzunehmen; diese Ansicht, für welche der Verfasser sich schon an mehreren Stellen seines Versuchs (Th. I. S. 6, 7, 10, 206, 208, 209, 215, 217, 248, 249) geneigt bewiesen hat, fängt an mehrere Vertheidiger zu finden. Ganz entschieden hat insbesondere Lyell sich für dieselbe ausgesprochen, und sie mit vielen Thatsachen zu belegen versucht. Die Erscheinung des im Folgenden oft angeführten Lyellschen Werkes war daher dem Verfasser eben so wichtig als erfreulich, und er gesteht gern, dafs er den darin enthaltenen Wahrnehmungen und Ansichten manches Licht für seine eigenen dankt, und sie daher nicht unbenutzt gelassen hat.

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