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Nr. 3.

vom

Klage des Pelzers Arnold von Kerpen über die ihm vom Vogt Gumprecht von Alpen und dem Vogt Johann von Merheim angethane

Gewalt. — 1390, 19. April.

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vire su der watent hedde

1390 Id sy künt allen luden, die dit untgaenwordige offenbare instrument

soilen sien off hoeren leisen, dat in den iairen unss herren, doy man schreyff na der gebürt goitz dusent drühündert nüynzich iaire des nüyntzienden dagis in dem aprille umb vesperzyt off umb den trynt in untgaenwordicheyt myns offenbaren geswoirenen tabellien ind der getzüge herna geschreven komen ind erschenen synt her Lufart van Schiderich ritter und Goibel Busschoff van der Bunterveyderen, bürgere zo Coelne, up die eyne syde, ind Arnolt van Kerpen der peltzer, wonaftich by den Claren, up die ander syde. Ind die. vurgenanten her Lufart ind Goibel sachten ind erzalten, wie dat sy van den vursichtigen, eirberen herren dem raide der steide van Coelne geschickt weren zo dem vurgenanten Arnolde, umb an eme zo ervaren kuntschaff der wairheit van sachen, die iuncker Gumprecht van Alpen, vaidt zo Coelne, mit etzligen synen helperen ind dieneren begangen ind bedreven seulden haven bynnen Coelne an dem vurschreven Arnolde, wilche sachen, na dem unse herren vanme raide verstanden hedden, geweist weren weder hierlicheit ind vryheit yrre steide, ind gesünnen darumb an dem vurschreven Arnolde, dat he sy der wairheit bescheiden weulde, so wie sich die sachen ergangen ind geverdicht hedden. Warup der vurgenante Arnolt van Kerpen antwerde ind sachte, dat des zwene dage vor sent Johans dage baptisten neist zo komende werden vier iaire, dat he queme gegangen up sent Gereonsdriessch und dat der vaydt van Coelne yurschreven an yn schickde dry synre dienere, mit namen Bernkin synen boyden, vort eynen genant Harde und eynen genant Moübach, und dat die dry yn angriffen ind anverdighden und sachten, hey moest mit yn gain zo yrme jünckeren dem vaide, und doy he zo dem vaide in synen hoff queme, doy dede he yn leigen in synen kelre, und darna des anderen dagis queme der vaidt zo eme in den kelre mit den dryn synen dieneren vurschreven und ouch darzo mit yn Johan vaidt van Merheim, ind alda bűnde eme der vaidt syne hende up synen ruck, ind hadde mit eme bracht eyn putzseyll, dat würpe he over eynen balken ind weulde yn upzien ind foulteren, doy en kunde yn der vaidt nyet alleyne upgetrecken, doy hulpe eme der vaidt van Merheim vurschreven, also dat yn die zwene uptreckden, und doy he upgetreckt were ind in der loicht hienge, doy vraighde hey den vaidt van Coelne, wes he yn ovet laisser der vaidt

der vurge

bezege, dat he yn also iemerlichen pyngede, doy antwerde eme der 1390 vaidt ind sachte, he hedde vernomen, wie dat he yn verraden seulde baven in hende iuncker Johans van Ryfferscheit, und weulde des verreetnisse van eme eyne ussdracht wissen. Ind doy hedde he dem vayde geantwert, also ast ouch wair were, det he des luterlichen unschuldich were und eme van geyme verreetnisse nyet kundich en were. Ind damit en weulde eme der vaidt nyet laissen genoegen, ind zu eynre noch meirre pynen ind quetzungen so sprünge der vaidt up und griffe yn mit synen beynen ind hienge sich daran. Ouch sachte der vurgenante Arnolt van Kerpen, doy he an dem foulterseylle hienge, dat doy Johan vaidt van Merheim medelyden ind erbermenisse mit eme hedde ind vür yn bede, und he anders viel me gepynget were worden. Ouch sachte der vurgenante Arnolt, dat he darna, doy he usskomen were, bynnen demselven iaire bynnen Coelne up dem heumarte anderwerff angeverdicht wurde overmitz Arnolt den richterboyden mit der eynre hant und overmitz den langen Gotzen ind vort overmitz eynen off zwene anderen, der namen he nyet en wiste, und geleyt wurde zo sent Gereone ind dem vayde van Coelne gelevert wurde, ind eme der vaydt doy zospreiche umb sachen, der he sich mit rechte. ind mit reiden untgaen yn verantwerde, dat en moichte eme allit geyne stade · doin, solde he van stat komen, he moeste dem vayde eynen gulden gheven. Vortme so tzügen ich offenbair geswoiren tabellie urkunde der getzuge herna beschreven, dat der vurgenante Arnolt van Kerpen dese vurschreven sachen ind dit vurschreven gewernisse sachte ind erzalte clierlichen ind offenbierlichen van synen vryen moitwillen unbetwủngen. Ind swoir ouch derselve Arnolt lyflichen zo den heyligen mit upgereckden vyncgeren ind mit gestafden eyden, so wie he die sachen ind dat gevernisse erzalt hedde ind as vurgeschreven steit, dat dat wair were, ind he des nyet gesacht en hedde umb lieff noch umb leyt, umb myede noch umb ghave, umb vorte noch betwanck, noch umb geyne sache anders dan umb die rechte wairheit. Ind doy he dese vurschreven sachen gekant ind erzalt hadde ind synen eyt darup gedain hadde, as vurgeschreven steit, doy gesonnen her Lufart van Schiderich ind Goibel Busschof vurgenant, dat ich unsen herren vanme raide vurschreven darup eyn offenbaire instrument machen weulde, eyn off me, as sy der bedorfden. Dese vurschreven sachen wurden erkant ind erzalt, so wie vurschreven steit, by der batstoven, die da geleigen is by Franckentürne in sent Brigiden kirspel zo Coelne, da untgaenwerdich ind an ind oever waren die eirbere lude Lambrecht van Ercheroyde der steynmetzer upme oyver, Pastoirgin van Düytze der houltzmengere, Heynrich van Virnenburgh eyn schyfman ind Heynrich

1390 van Duytze ouch eyn steynmetzer, die zo gezuge by dese vurschreven sachen geheysch ind geroiffen waren.

Ind want ich Johannes van Goidesberg anders genant van Bunne, eyn offenbaire geswoiren tabellie, verleent van keyserliger gewalt ind geapprobirt van eyme officiale van Coelne, by dese vurschreven sachen zo hoeren ind zo beschryven geheyscht ind gebeiden worden byn, so hain ich zo gesynnen der vurgenanten herren Lufartz van Schiderich ind Goibelen Busschofs in urber unser herren vanme raide vurschreven dit offenbare instrument gemacht ond mit myns selfs hant geschreven ind mit myme gewoenligen tabellienzeychen gezeychent, ind hain id darumb in Duytzchen worden beschreven, umb dat dat gevernisse ind alle wort vurschreven desde clierliger ind verstentliger unverwandelt usszosprechen ind zo erzellen syn etc.

Nach dem Original im Stadtarchiv. Die Signete des Notars zur Seite. In dorso: Eyn instrument antreffende den vaydt van Coelne, as dat Arnd van Kerpen zwer angeverdight ys ind gepynegeit bynnen Coelne van dem Vaygden.

Nr. 4.

Die Söhne Johann's Vlecke überlassen dem Kölner Rath die Schlichtung ihres Streites mit Maes von Trosdorf und dessen Sohn Wilhelm. —

1390, 3. Mai.

Wir Johan und Peter gebroedere, soene wilne Johans Vlecken burgers zo Coelne, doin kunt allen luden, die desen' brief solen syen of hoeren leisen, und bekennen oevermitz desen brief, dat wir alle der sachen, vorderungen und anspraichen, die Maes van Lohnhen genant van Troistorp, ind Wilhelm syn son, an wilne unsen vader Johan Vlecken vurgenant in zyde syns levens ind nů naderhant an uns gelaicht, gekiert ind zo vorderen hatten in eyncher wys, van wilne heren Rutgers weigen van Geenhoyven zo Maentze, und darumb dat sy der stede vyande van Coelne worden waren, alencligen und gentzligen bleven syn und der van unsme eygenen vryen guden moytwillen gelacht haven den ersamen wysen herren dem raide der stat van Coelne nû zerzyt sitzende, in alsulcher wys, dat so wes uns dieselve herren na anspraichen und antwerden unser beyder partyen vorgenant in den vurschreven sachen, tusschen dit und sent Jacobs daige des heilgen apostels nyest komende in mynnen mit unser wist, of mit rechte besagende werdent, dat wir dat geloift haven in guden truwen ind geloyven in disme brieve, vaste stede und unverbruchligen zo halden und dat zo volvoeren bynnen alsulger zyt, as uns dat na yrme saigen ge- 1390 buert zo doin, ind darweder nyet zo komen noch zo doin, noch die vurgenante, herren, yre stat noch burgere darumb in eyncher wys zo kroeden, zo hynderen noch zo occasunen oevermitz uns selver of yman anders van unsen wegen, by unser truwen vurschreven sonder argelist. In urkunde unser ingesegele an desen brief gehangen.

Datum anno domini millesimo trecentesimo nonagesimo, ipso die inventionis sancte crucis.

Nach dem Original im Stadtarchiv. Die beiden Siegel gut erhalten.

Nr. 5.

Papst Bonifaz IX. gestattet dem Kölner Rathe, auch in Zeiten des Interdicts an den Tagen seiner Rathssitzungen in der Rathhauscapelle bei verschlossenen Thüren die Messe zu hören. — Rom, 1390, 19. Mai.

Bonifacius episcopus, servus vervorum dei. Dilectis filiis consulibus, proconsulibus et communi civitatis Coloniensis salutem et apostolicam benedictionem. Devotionis vestre sinceritas promeretur, ut votis vestris in hiis presertim, que ad vestrarum animarum salutem cedere valeant, quantum cum deo possumus, favorabiliter annuamus. Exhibita siquidem nobis nuper pro parte vestra petitio continebat, quod sepe contingit civitatem vestram Coloniensem preter culpam vestram ecclesiastico subici interdicto. Quare pro parte vestra nobis fuit humiliter supplicatum, ut cum ex devotionis fervore cupiatis saltem hiis diebus, quibus pro bono statu dicte civitatis consilia teneri contingit, divinis officiis interesse pro parte vestra nobis fuit humiliter supplicatum, ut tempore, quo dicta civitas tali fuerit supposita interdicto, liceat illis ex vobis, qui huiusmodi consiliis habebunt interesse, missam audire seu coram se in domo vestre communitatis et capella ad id deputata facere celebrari vobis concedere de benignitate apostolica dignaremur. Nos igitur huiusmodi supplicationibus inclinati, ut liceat illis ex vobis, qui ad huiusmodi consilia debebunt accedere, illis diebus, quibus talia consilia celebrabuntur, tempore, quo predicta civitas huiusmodi interdicto supposita fuerit, in domo et capella predictis clausis ianuis, excommunicatis et interdictis exclusis, non pulsatis campanis et summissa voce coram se missam et alia divina officia facere celebrari, dummodo vos et illi, quod huiusmodi interdictum relaxetur, efficacem operam prestiteritis et causam eidem non dederitis interdicto et id vobis vel illis non contigerit specialiter interdici, devotioni vestre tenore presentium auctoritate

1390 apostolica indulgemus presentibus post decennium minime valituris.

Nulli ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre concessionis infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc attemptare presumpserit indignationem omnipotentis dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius se noverit incursurum.

Datum Rome apud sanctum Petrum XIIII. kal. iunii, pontificatus nostri anno primo.

Nach dem Original im Stadtarchiv. Das plumbum hängt an.

Nr. 6.

Richter, Schöffen und Rath der Stadt Köln ersuchen die Fürsten des Landfriedens, den Vogt Eberhard von Erbach anzuweisen, dass er die Vorladung in Sachen des Johann Scherffgin zurücknehmen soll. –

1390, 19. Juni.

, Uch alreerwerdigsten, durluchtigsten fursten unsen lieven herren

geystligen und werentligen, und vort den steiden gemeynligen samenverbundenen des lantverbündtz anme Ryne nü zerzyt weysende entbieden wir rychtere, scheffene, rait und andere burgere der stat van Coelne unsen willigen bereyden dienst mit alre luttere gunst und bevellicheide, ind zeünen uren gnaiden und vruntlicheide, we dat noch unlangs her Schenck Eberhard, herre zu Erpach lantvaygt, und die eichte, die mit yme oever uren lantvreden gesat synt, uns in yren brieven geboyden hatten, dat wir des nyesten maendaegs na der vroenvasten nyesteleden antwerden seulden heren Johanne Scherfgyne zo Heydelberg, darup wir yn unse antwerde do wederschreven in deser maissen, dat uns van yn verdüechte und verwonderde, dat sy sich annyemen, uns eynre vryer heüfstat van reichte vur sich of vur yre verbündt zo heisschen, off in eynger wys zo gebieden, na deme dat wir yn nyet verbunden en weren, noch geynreleye sachen mit demeselven hern Johanne of mit yemanne anders en wisten gbaende zo haven, die sich an yre verbündt heisschende of treffende weren; ind meynten wail, dat yn van unser stede vryheit noch privilegien ouch nyet kundich en were, damit wir van deme heilgen Roemschen ryche begayft worden syn, as dat man uns, noch unse burgere buyssen unse vrye stat in geynre wys heisschen noch laiden en sall noch en mach, under eynre gnanter swairre pynen, die darup gesat und georloft worden is; darzo dat wir yn oeverbeschreven santen alsulgen boese, unerber oeveldayt, as de vurgenante her Johan weder uns in vruntschaf, in

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