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6-9-80

536068/0

Hofrat Franz Bartsch

dem treuen Helfer

in Dankbarkeit

gewidmet.

190921

Vorwort.

Zum Abschluss des ersten Bandes dieser „Bibliographie der Kunstwissenschaften" darf ich wohl nochmals Ziele und Absichten derselben ausführlicher darlegen. Es handelte sich vor allem darum, ein möglichst übersichtliches, bis ins Detail systematisch geordnetes Hilfsmittel für die so verzweigte und stetig anwachsende Kunstlitteratur zu schaffen, ein Hilfsmittel, das nach dem Muster der amerikanischen Schlagwortkataloge dem Suchenden auf bestimmte Fragen sofort Antwort erteilt, ein Vorteil, der freilich erst recht greifbar wird, wenn eine Reihe von Bänden vorliegt.

Was den inneren Umfang der Bibliographie anlangt, so war ich bestrebt, sie auf wirkliche Kunstgeschichte zu beschränken, also alles, was sich auf die Technik und die Wirtschaftsgeschichte einzelner Kunstindustrien bezog, seitwärts zu lassen; besonders haben die Abteilungen Photographie und Numismatik eine nach diesen Gesichtspunkten durchgeführte starke Sichtung erfahren. Ebenso durfte aus der massenhaften archäologischen Litteratur, aus den zahlreichen Fundund Ausgrabungsberichten nur dasjenige aufgenommen werden, was nicht der Geschichte des Bauwesens, sondern der der Baukunst, nicht der Geschichte der Privat-, sondern der der Kunst altertümer galt. Dies umsomehr als es für die Archäologie ebenso wie für die übrigen Nachbargebiete der Kunstwissenschaft: Allgemeine und politische, Städte- und Länder-, Sitten- und Litteraturgeschichte zum Teil vortreffliche Sonderbibliographien gibt, an die der Kunsthistoriker doch immer herantreten muss, wenn er Specialstudien macht.

Aber auch auf diesem so eingeschränkten Gebiete ist absolute Vollständigkeit weder erstrebt noch erreicht worden. Gerade in einem Litteraturzweige, wo so vieles blosses Referat und nur für den Tag geschrieben ist, wäre eine Sammlung all dieser Referate und Excerpte toter Ballast für die Wissenschaft. Mein Hauptbestreben war neben der Verzeichnung der gesamten Buchlitteratur und der Berücksichtigung aller mir erreichbaren Kunstzeitschriften, eine möglichst vollständige Buchung der an abgelegenen Orten erschienenen Publikationen, also Aufsätze in Revuen anderer Wissenschaften, in Fest- und Sammelschriften, Programme, Dissertationen u. dgl. Auch Tagesblätter, selbst kleinere Provinzzeitungen sind, wo ich ihrer habhaft werden konnte, herangezogen, soweit es sich nicht um blosse Ausstellungsberichte und Jubiläumsartikel handelte, die

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durch ihre chronologische Fixierung in der betreffenden Zeitung ohnehin leicht auffindbar sind. Gerade hier soll in Zukunft versucht werden, die so leicht zu übersehenden oft nicht unwichtigen Beiträge zur Lokalgeschichte aus den Kleinstadtzeitungen in noch ausgedehnterem Maße festzuhalten.

Doch auch abgesehen von der Litteratur der Tagespresse dürfte Wichtiges und Wertvolles noch nicht in der anstrebenswerten Vollständigkeit aufzunehmen mir gelungen sein. Dem Einzelnen ist es unmöglich alle Bücher und Revuen selbst zu Gesicht zu bekommen. Ich habe es an Mühe, an Bitten und Briefen, an Kosten und Reisen nicht fehlen lassen und mich dennoch oft, vielleicht zu oft, mit der unbesehenen Aufnahme eines Buches bescheiden müssen, wo ein kurzer Inhaltsverweis sowohl dem Benutzer als dem Verfasser des betreffenden Buches mehr gedient hätte, als manche leere Besprechung desselben, die mit dem Tag verloren geht. Und ebenso sind mir noch manche Revuen an deutschen und österreichischen Bibliotheken bisher unzugänglich geblieben. Vielleicht nimmt ein Freund und dankbarer Benutzer dieses Bibliographie die kleine Mühe auf sich, mir ab und zu die Titel grösserer Aufsätze aus Zeitschriften, die er in meiner Bibliographie vermisst und die ihm zugänglich sind, einzusenden [aber womöglich bibliographisch genau] oder noch besser, er veranlasst, dass diese Zeitschrift mir regelmässig, wenigstens leihweise übermittelt wird.

Die Revuen, die mir bisher unerreichbar waren, sind zumeist lokalhistorische Zeitschriften oder Publikationen deutscher, französischer und italienischer Geschichtsvereine, die nicht zu bewegen waren, mir dieselben, wenn auch nur leihweise zur Durcharbeitung zu überlassen.

Dass ich hin und wieder auch bei Zeitschriften Angaben aus zweiter Hand übernommen habe, erklärt manche Ungleichmässigkeit. Übrigens ist starre Konsequenz und Einheitlichkeit weder in den Titelaufnahmen noch in den Verweisen mein Ziel gewesen. Eine praktischen Zwecken dienende Bibliographie ist kein Bibliothekskatalog, der generationenlang nach streng formalen Grundsätzen bearbeitet werden muss. In der Bibliographie ist Wichtiges genauer und ausführlicher, Unwichtiges oder Selbstverständliches, z. B. Fortsetzungen u. dgl. nur summarisch verzeichnet. Nach diesem Grundsatze sind auch die Verweise und Doppelaufnahmen gegeben, Selbstverständliches natürlich ausschliessend. Dass z. B. zur Geschichte der Malerei in Frankreich" auch Allgemeine Kunstgeschichte und Geschichte der französischen Kunst heranzuziehen ist, wird vorausgesetzt. Das Register soll die systematische Anordnung ergänzen, nicht ersetzen, und besonders Begriffe, die sich nicht in eine Gruppe zusammenfassen lassen, vereinigt anführen. Dort aber, wo schon die Einteilung der Bibliographie systematischen Überblick gewährt, wie bei den einzelnen grossen Städten, oder bei den Kunstzweigen, genügen einfache Verweise.

Da die Bibliopraphie bestrebt ist, den Erscheinungen rasch zu folgen und den Abstand zwischen der Berichtsperiode und dem Erscheinungstermin des Berichtes möglichst knapp zu halten, fehlen im

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vorliegenden Bande die Publikationen, die, wenn sie auch 1902 oder gar 1901 auf dem Titelblatt tragen, doch in Wirklichkeit erst 1903 in den Buchhandel gelangt sind. Sie werden in den folgenden Bänden jeweils nach Erscheinen nachgetragen werden.

Durch die Fülle des Materials, vornehmlich die Verzeichnung entlegener Publikationen, ist dieser Band auf das Doppelte der ursprünglich angesetzten Umfanges angeschwollen.

Darum ist nicht nur ein entsprechender Preisaufschlag, von 10 auf 15 Mk., und vierteljährliches Erscheinen, das durch die Zusammenfassung leichteren Ueberblick gewährt, erforderlich geworden, sondern es musste auch die letzte Rubrik, das Verzeichnis der Reproduktionen, vorläufig fallen. Dasselbe kann erst, womöglich die Erscheinungen d. J. 1902 einbegreifend, nachgetragen werden, wenn die Abnehmerzahl der Bibliographie soweit gestiegen ist, dass die Herstellungskosten derselben gedeckt werden.

Bei diesem Anlass darf ich darum wohl an alle, denen diese Bibliographie nützlich oder notwendig erscheint, an die Vorstände der Bibliotheken und Museen, an archäologische Gesellschaften, städtische Geschichtsvereine, Kunstforscher, und -freunde die Bitte richten, die Bibliographie nicht nur zu benutzen und zu loben, sondern auch zu abonnieren. Nur dann ist es möglich, dieselbe weiterzuführen und entsprechend auszugestalten. Derartige Unternehmungen sind, wie jeder Einsichtige weiss, sowenig auf Gewinn berechnet, dass diese Bitte sich entschuldigt. Man darf aber dem selbstlosen und opferwilligen Verleger nicht zumuten, dass er ein Verlagswerk dauernd passiv weiterführt.

Der grosse Kreis freundlicher Helfer stärkt mich eben in dem Glauben, dass trotz mancher verdienstlicher Vorläufer und in Zeitschriften veröffentlichter Litteraturübersichten - ich nenne besonders die Bibliographie des Repertoriums für Kunstwissenschaft von F. Laban, die der Gazette des beaux arts und die der Wiener Zeitschrift Kunst und Kunsthandwerk, die alle naturgemäss in der Ausdehnung beschränkter sind — eine neue systematische und möglichst umfassende Zusammenstellung der laufenden Litteratur, die auch die moderne Kunst und die Litteratur über die lebenden Künstler einbezieht, nicht überflüssig ist.

Mein Dank gebührt vielen. Vor allem dem hohen k. und k. Österreichischen Ministerium für Kultus und Unterricht, ebenso wie dem k gl. ungarischen Unterrichtsministerium, die beide diese Bibliographie reichlich unterstützen, sodann den Vorständen und Beamten zahlreicher Wiener und ausländischer Bibliotheken, die in einer weit über das Mass üblicher Liberalität hinausgehenden Weise selbstlos meine Arbeit gefördert haben.

Ich nenne vornehmlich den Direktor der k. k. Hofbibliothek in Wien, Hofrat Karabacek, dann die Abteilungsvorstände und Beamten dieses Institutes; Regierungsrat Göttmann, von Lenk, Geyer, Dornhöffer, Daubrawa und Weixelgärtner, den Direktor der Universitätsbibliothek Regierungsrat Grassauer und die Herren Weisz, Frankfurter, Donabaum, Schnerich, Kaukusch, Sutnar Hrozny und Gutherz, den Vorstand

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